hier stehen Ihnen die biblische Texte der Tora zur Verfügung

wichtige Anmerkung:

Nach jüdischem Verständnis ist die Tora das Fundament der ganzen Bibel. Alle weiteren Teile des Tana'chs und jedes weitere Buch bauen auf diesem Fundament auf, sind also nur im Lichte dieses Fundamentes zu verstehen.

zur Worterklärung:

Tora - תורה bedeutet nicht wie durch Christen fälschlich über die griechische und lateinische Sprache im Neuen Testament übernommene Übersetzung "Gesetz". Vielmehr lassen sich hebräische Worte und Begriffe von sogenannten "Wortwurzeln", also ihrer Ursprungsbedeutung im Kern, ableiten. Die dem Wort Tora zugrundeliegende Wortwurzel ist das Verb hara - הרה. Es bedeutet "einen Keim setzen", "befruchten", "schwängern". Andere Derivate dieses Kernwortes sind z. B. beHerajon - בהריון = "schwanger sein"; moreh/morah - מורה = Lehrer, Lehrerin und hora'a הוראה = Anweisung. Deswegen ist das hebräische Wort Tora - תורה von seinem wirklichen Sinn her mit "Lehre" oder "Weisung" am ehesten zu übersetzen. Darum erklärte einst der Rabbiner S. Raphael Hirsch: "Mit der Tora will der Ewige durch diese seine Lehre den Geist und das Herz des Menschen befruchten!" Elohim, unser Schöpfer, möchte also mit seiner Lehre, der Tora, unsere Gedanken und unsere Gesinnung hin zu seinem Denken und mit seinem Willen befruchten. Ich werde Tora oft als die "Gotteslehre" oder "Lehre Elohims" bezeichnen.

Hier noch zwei sehr bezeichnende Verse aus dem Tana'ch betreff der Tora:

 Ps. 1, 2: "Beglückt ist der Mann, der seine Sehnsucht nach der Tora des EWIGEN hat und über seine Tora nachdenkt/grübelt bei Tag und bei Nacht"                                                                                                            אַשְׁרֵי הָאִישׁ אֲשֶׁר בְּתוֹרַת יְהוָה חֶפְצוֹ וּבְתוֹרָתוֹ יֶהְגֶּה יוֹמָם וָלָיְלָה

 Jescha'jahu 3, 2: " ...es wird von Zion die Tora sich verbreiten und das Wort (davar) des EWIGEN von Jeruschalajim."

כִּי מִצִּיּוֹן תֵּצֵא תוֹרָה וּדְבַר-יְהוָה מִירוּשָׁלִָם:     

die 5 Bücher der Tora sind im Hebräischen nach einer der ersten Worte bezeichnet:

"beReschit" - בראשית = "im Anfang"

= "im Anfang schuf Elohim Himmel u. Erde" (1. Mo. 1, 1;) 

"schemot" - שמות = "Namen"

= "dies sind die Namen" (2. Mo. 1, 1;)

"vaJikra" - ויקרא = "es rief"

= "und der Ewige rief" (3. Mo. 1, 1;)

"baMidbar" - במדבר = "in der Wüste"

= "der Ewige redete zu Mosche in der Wüste" (4. Mo. 1,1;)

"dvarim" - דברים = "Worte/Dinge" 

= "dies sind die Worte, welche Mosche redete" (5. Mo. 1, 1;)

In der Synagoge wird die Tora in einem Jahreszyklus gelesen. Der Beginn dieses jährlichen Lese-Zyklusses beginnt am Ende des Sukkotfestes, besser gesagt am 8. Tag, der sich Simchat-Tora - שמחת תורה = Freuden(tag) der Tora nennt. An diesem Tag wird sowohl der eine Lesezyklus beendet, als dann auch der neue Lesezyklus begonnen, sozusagen als fortlaufende Spirale, dass die Tora niemals ein Ende findet.

Der Lesezyklus der Tora ist in jeweilige Wochenabschnitte - sog.  "paraschot - פרשות eingeteilt. Diese werden wie die Bücher der hebräischen Tora nach ihren hebräischen Anfangsworten benannt. Dazu werde ich gesondert eine Liste hier bereitstellen. 

Die Toralesung wird öffentlich an jedem Schabbat während des Morgengottesdienst שחרית schacharit laut in hebräisch vorgelesen. Dann am Dienstagabend durch den Rabbiner kommentiert.